Beitrag 50 und Ende

Gestüt Weil: König Wilhelm bis Sakkara. Sieht man wie hier vom Berghang Champagne auf das Neckartal hinab, so kann man gut verstehen, warum König Wilhelm gerade Weil als schönen und geeigneten Ort für sein Gestüt auswählte. Auch lässt sich leicht nachvollziehen, dass er in diesem Tal gerne unterwegs war. Auch sein Entschluss im Juni 1864, bereits schwer erkrankt und den baldigen Tod vor Augen, seinen letzten Ausflug nach Weil zu machen, liegt nahe. Tags darauf sagt er zu Wilhelm von Taubenheim, seinem Freund und wichtigsten Ratgeber in Fragen der Vollblutaraberzucht: „Es ist doch schmerzlich, von einem so schönen und guten Lande scheiden zu müssen!“ Am nächsten Morgen, am 25. Juni 1864, stirbt König Wilhelm.

Eine bisher unbekannte Darstellung von Weil und dem Neckartal

Es handelt sich um eine Gouache von Johannes Braungart (1803-1849), 27 x 44 cm, Sammlung und Foto Städtisches Museum Esslingen. Erst 2020 gelangte sie mit anderen Arbeiten des Künstlers als Geschenk von dessen Nachfahren in Museumsbesitz. Hier wird sie erstmals veröffentlicht – Dank dafür an Martin Beutelspacher, den hilfsbereiten ehem. Leiter der Museen Esslingen.

Gestüt Weil: von König Wilhelm bis Sakkara – Gottlob Friedrich Steinkopf

Gottlob Friedrich Steinkopf hatte 1830 in seinem bereits gezeigten großen Gemälde, das im Auftrag König Wilhelms für Schloss Rosenstein entstand, das Neckartal fast in ein schwäbisches Arkadien verwandelt. Der Bildausschnitt zeigt Landarbeit als quasi sonntägliches, vergnügliches Tun junger Mädchen. Helles Licht fällt auf Schlösschen Weil, dessen Umfeld fast nur aus Weideflächen besteht.

Ein Detailvergleich

Gestüt Weil: von König Wilhelm bis Sakkara – Johannes Braungart

Als Johannes Braungart 10 bis 15 Jahre später auf das Gestüt hinabblickt, sind dort inzwischen neue Alleen entstanden und auch sonst Bäume gepflanzt worden. Der um eine Generation jüngere Künstler sieht in anderer Weise auf die Natur als Steinkopf. Nicht poetisch überhöht, sondern eher wie ein Chronist hält er das, was er sieht, genau fest. Deshalb sind Braungarts Landschaften vielfach auch von topografischer Bedeutung. Das war bereits festzustellen bei seiner Darstellung des Gestüts vom Weiler Berg aus.

Hier wählt Braungart als Standort das abfallende Gelände bei der heutigen Domäne Weil. Das Neckartal erstreckt sich in Richtung Nordwesten bis in dunstige Ferne. Im nahen Talbereich sieht man das Schlösschen und Oberstallmeisterhaus sowie Araber auf den Weiden. Wenn auch halb verborgen, sind auch der Neue Stutenstall oder das Dach des Hengststalls zu erkennen. Es zeigt sich ein biedermeierlich ernstes Bemühen, alles bis ins kleinste zu dokumentieren.

Blickt man vom Detail wieder aufs Ganze, dann ist bei genauerem Hinsehen zu erkennen, wie die weiten Windungen des Neckars die Breite des Tals beanspruchen. Sogleich findet man rechts Mettingen, dann Obertürkheim mit der Grabkapelle und gegenüber Hedelfingen. In größerer Distanz folgen halblinks Cannstatt und rechts Untertürkheim.

Das liebliche Neckartal 2021

Das Neckartal am 5. Mai 2021, gesehen von der Breslauer Straße, die nach Ostfildern und zur Parksiedlung hinaufführt. Das ist in etwa das Blickfeld von Braungart. Sein genauer und tieferer Standort lässt sich jedoch nicht mehr ausmachen, denn heute ist der Vordergrundbereich seiner Darstellung bewaldet. Braungarts naher Teil des Talgrunds mit dem Gestütsgelände ist daher seit langem dem Blick entzogen.

Das Foto musste ich deshalb von etwas höherer Warte machen. Das aktuelle fernere Neckartal und dasjenige Braungarts vor rund 180 Jahren lassen sich gut vergleichen. Die einstige Schönheit der Natur hat sich zwischen Industriebauten verflüchtigt. Der Neckar fließt nicht mehr in Windungen. Er ist nun eine gezähmte Wasserstraße. Dafür gibt es keine Überschwemmungen mehr, aber auch keinen Anlass für dichterische Beschreibungen. Landschaftliche Schönheit ist nur noch auf den seitlichen Hängen und Höhen zu finden. Mit dem partiellen Wandel von schöner Natur zu einer bedeutenden Wirtschaftsregion ist auch die frühere Armut der Landbevölkerung verschwunden. Die jetzige Industrieschneise trägt entscheidend zum allgemeinen Wohlstand der Region bei.

Gestütsgründer Wilhelm in noch jungen Jahren

Gestüt Weil: von König Wilhelm bis Sakkara – Kronprinz Wilhelm von J. H. Dannecker
Gestüt Weil: von König Wilhelm bis Sakkara – Kronprinz Wilhelm

Zum Ende meiner Beitragsfolge werfe ich nochmals einen Blick auf die Protagonisten. An erster Stelle steht und bleibt Wilhelm von Württemberg. Als Kronprinz hat ihn der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker im März 1811 in 10 Sitzungen modelliert und danach diese Marmorbüste geschaffen. Früher stand sie im Stuttgarter Neuen Schloss, seit dem 2. Weltkrieg befindet sie sich in Schloss Ludwigsburg. Fotos Staatsgalerie Stuttgart (vgl. Chr. v. Holst, Ausst. Kat. Dannecker, Staatsgalerie Stuttgart, 1987, S. 341 ff., Abb. 127-28).

1810 hatte der Kronprinz mit der Pferdezucht in Scharnhausen begonnen. Die Büste zeigt den gut und wach aussehenden Endzwanziger nur wenige Monate später. Danneckers Schwager Gottlob Heinrich Rapp schreibt am 15. April 1811 an Simon Moritz von Bethmann, den Auftraggeber von Danneckers Ariadne auf dem Panther: Unter den Händen unseres Künstlers ist kürzlich die Porträt Büste des hiesigen Kronprinzen fertig geworden, die in Ähnlichkeit und Geist ein neues Meisterstück ist. […] es ist ein Freude, wie dieser Mann die Natur nimmt und was er ihr alles absieht.

Eine weitere Profilansicht eines J. C. Spachholz in der Staatsgalerie Stuttgart zeigt Wilhelm als sehr jugendlich wirkenden König. Das Blatt wendet sich in russischer wie deutscher Sprache an seine Gemahlin Königin Katharina. Dies geschieht im Andenken an seine aufgeführten militärischen Erfolge in den Befreiungskriegen. Das Porträt dürfte im Zusammenhang mit seiner Inthronisation und damit wohl Ende 1816/Anfang 1817 entstanden sein.

Königin Katharina als Ceres

J. H. Dannecker Königin Katharina 1818 Staatsgalerie Stuttgart

Am 13. September 1818 sitzt auch Königin Katharina dem Hofbildhauer Dannecker Modell. Es entsteht eine Tonbüste, danach ein Gipsabguss wie dieser und anschließend eine Reihe von Ausführungen in Marmor, meist mit der obigen Datumsangabe (Holst, Dannecker, 1987, Kat. 150).

Diesen frühen, ziemlich mitgenommenen Gipsabguss habe ich 2008 beiläufig im Depot der Staatsgalerie Stuttgart aufgenommen. Das Foto bringt auf besondere Weise die natürliche Anmut Katharinas zur Geltung. Dannecker spielt mit einem Ährendiadem auf Ceres an, die Göttin der Landwirtschaft.

Die Trauerallegorie Eberhard Wächters

Knapp vier Monate später – am 9. Januar 1819 – ist Königin Katharina tot. Der schwäbische Maler Eberhard Wächter (1762-1852) hat die Trauer von König Wilhelm in klassizistisch-gedankenreicher Weise festgehalten. Es ist bei einem großen Bildentwurf auf Papier geblieben, ausgeführt mit Pinsel in Braun und Grau über Bleistift, 48,7 x 71,2 cm, aufbewahrt in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart.

Wie heute in Gedenkveranstaltungen durch ein Foto, so ist hier die Verstorbene durch Danneckers Büste präsent. Allerdings ohne Diadem, denn der König wollte an seine Gemahlin nur durch ihr alltägliches Aussehen erinnert werden. Der Witwer, damals 37 Jahre alt, sitzt als vornehmer Römer da und blickt elegisch auf zur Büste. Auf dem Sockel stehen der Name und das Todesjahr (fälschlich MDCCCIIX statt MDCCCXIX).

Weitere Betrachtung – eingestimmt durch Horaz

Das Empfinden des Königs formuliert der Beginn der Ode I, 24 des augusteischen Dichters Horaz (65-8 v. Chr.): Quis desiderio sit pudor aut modus / Tam cari Capitis? – ziemlich wörtlich übersetzt: Welche Scheu und welches Maß ist der Sehnsucht / um ein so teures Haupt eigen? Im Hinblick auf unsere Kenntnis der Verhältnisse erlaube ich mir den Satz etwas freier zu übertragen: Welche Hemmschwelle oder Grenze soll es bei der Sehnsucht nach einem so lieben Menschen geben?

Links geht mit ernstem Ausdruck wie eine Todesbotin eine weibliche Gestalt davon und tritt dabei auf einen Blütenkranz als Zeichen dafür, dass ein blühendes Leben erlosch. Patricia Peschel vermutet wohl zu Recht darin Persephone, Göttin der Fruchtbarkeit und des Todes (in der gerade erschienenen, viel versprechenden Publikation: „Bis wieder die Sonne kam, Das Wirken von Catharina Pavlovna …“, Regensburg 2021).

Katharinas Seele hat den Körper verlassen, weshalb links in der Ferne hinter einem Gemäuer Psyche auf einer Säule kauert. Sie ähnelt stark einem Tonmodell von Dannecker aus dem Jahr 1808, das sich in Privatbesitz in Australien befindet (Holst, Dannecker 1987, Kat. 117).

Trauer und Hoffnung

Den Schmerz des Vaters teilen die vier Kinder Katharinas: die beiden (etwas zu jung geratenen) Herzöge Alexander und Peter von Oldenburg aus ihrer 1. Ehe und die kleinen, noch unverständigen Mädchen Marie und Sophie aus der Ehe mit Wilhelm. Über Wilhelm erscheint wie zum Trost eine geflügelte Fama, die Göttin des Ruhms, und streut Blüten als Anerkennung bisheriger Leistungen aus. Mit dem Witwer und der mutterlosen Familie trauert auch das ganze Land, personifiziert durch „Württembergia“. Sie ist zu erkennen an der Mauerkrone und dem Schild mit den Hirschstangen. Ihr zur Seite lagert der Flussgott Neckar. Ein junger Baum deutet auf Katharinas Taten hin, speziell die im landwirtschaftlichen Bereich. Konnte sie das Gedeihen ihrer Initiativen auch nur kurz verfolgen, so erscheint wenigstens hinter Wolken ein Regenbogen als Sinnbild der Hoffnung.

Mit dem Tod Katharinas verliert König Wilhelm auch für immer die eheliche Beteiligung und Unterstützung seiner Begeisterung für die Zucht von Vollblutarabern. Auch in dieser Hinsicht lag kein Glück über seiner 1820 mit der Cousine Pauline von Württemberg eingegangenen Ehe.

Weil-Marbacher Araberzucht – Herausragende Hengste zu Wilhelms Zeit und heute

Nach knapp einem Jahr schönster Beschäftigung mit dem Kgl. Privatgestüt und Arabischem Vollblut zeige ich als würdige Repräsentanten seiner Geschichte erneut zwei beispielhafte Hengste. Sie verbindet über Generationen hin Verwandtschaft und gleichrangige Schönheit.

Gestüt Weil: von König Wilhelm bis Sakkara Amurath I 1829

Das ist AMURATH I 1829, festgehalten von Emil Volkers 1856, nach: Pferdezucht 1857. Dieses Pferd wird zu seiner Zeit nur mit Superlativen beschrieben. 

Hengst SAID Marbach 2016

SAID, auch ein direkter Nachkomme von BAIRACTAR, aufgenommen 160 Jahre später von Gudrun Waiditschka, kann nur mit gleichen Jubelworten wie AMURATH gewürdigt werden. Allein schon dieser Vergleich zweier Hengste rechtfertigt die Fortführung der Vollblutaraberzucht in Marbach.

König Wilhelm I. zum 27. September 1863

Gratulationsblatt zum 82. Geburtstag von König Wilhelm 1863

Wilhelms intensive Beschäftigung mit dem Arabischen Vollblut erstreckt sich über Jahrzehnte. Deshalb zeige ich hier das Gratulationsblatt von Christian Abele zu seinem 82. Geburtstag, lithographiert von Johannes Woelffle, Sammlung und Foto Stadtmuseum Ebersbach. Es entstand 52 Jahre nach der Büste Danneckers und ein Dreivierteljahr vor dem Tod des Königs.

Die vielteilige Darstellung bemüht sich um eine Gesamtwürdigung der Leistungen des Jubilars. Wie 1816/17 erscheint er in Uniform mit Orden. Um den ovalen Eichenkranz ist ein Band gewunden mit den Ortsnamen von Wilhelms Siegen in den napoleonischen Kriegen. Die werden auch an der Jubiläumssäule von 1841 (25 Jahre Regierungszeit und 60. Geburtstag) gefeiert, die man unten auf dem Schlossplatz vor dem Königsbau sieht. Auch ist auf der Säule die bekrönende Concordia von Ludwig Hofer zu erkennen, die 1863 dort gerade erst aufgesetzt worden war.

Rahmende Motive

Links sieht man von unten: die Alte Staatsgalerie, Aula in Tübingen, Berger Kirche, den Anlagen- oder Ovalsee vor dem Gartenflügel des Schlosses und die Wilhelma. Und rechts: Polytechnische Schule, Hafen in Heilbronn, Grabkapelle am Rotenberg, Schlösschen Weil und Kursaal in Cannstatt. Das breite Bild oben zeigt den Cannstatter Wasen bei einem Pferderennen. Links gibt es Zelte vor dem Neckar und Schloss Rosenstein mit einer Eisenbahn, während rechts die Tribünen für Honoratioren errichtet sind.

Figuren und Symbole verdeutlichen Bereiche, die vom König gefördert wurden. Die Kinder als Karyatiden verkörpern Malerei, Skulptur, Musik und Architektur (mit Berger Kirche). Die Zwickel unterhalb des Porträts zeigen links neben einem Athenakopf Hilfsmittel von Wissenschaft und Kunst, während rechts Amboss, Zahnrad, Anker und ein geschnürter Ballen für Handwerk, Wirtschaft und Handel stehen. Die Putten oben versinnbildlichen von links die Landwirtschaft (Ähren und Sichel), Weinbau (Glas und Fass), Schifffahrt (Anker) und Handwerk (Hammer, Zange, Amboss). Alles kommt zusammen in den beiden Frauengestalten oberhalb des Porträts. Links handelt es sich wohl wegen des Helms um Athena als Verkörperung von Wissenschaft und Sicherheit des Landes mit den Hirschstangen vor sechs Siegesfahnen. Rechts könnte die junge Frau mit der Mauerkrone (Kybele?) für Sicherheit und Gedeihen des Landes und Stuttgarts stehen – vgl. oben Wächters „Württembergia“. Beide Allegorien halten Kränze über den alten Herrn.

König Wilhelm I. und Königin Katharina 1817/18

Königspaar Katharina und Wilhelm von Johann Heinrich Dannecker in der Grabkapelle

Wie mehrfach angesprochen, ist das Privatgestüt nicht allein König Wilhelm zu danken. Wesentlich ist dabei die Unterstützung seiner auch hier besonders engagierten Gemahlin Königin Katharina. Deshalb zeige ich abschließend beide zusammen. Sie verdienen als die Protagonisten der ruhmvollen Geschichte des Arabischen Vollbluts in Württemberg eine nochmalige und gemeinsame bildliche Würdigung. Im Leben waren sie nur kurz vereint, im Tod sind sie es auf Dauer in der Grabkapelle auf dem Württemberg. Der Hofbildhauer Johann Heinrich Dannecker modelliert den jungen König 1817, im Jahr des Erwerbs von BAIRACTAR und der Gründung des Gestüts. Die Königin folgt am 13. September 1818, wie oben dargelegt – hier in einem weiteren Abguss nach dem ersten Tonmodell. Ausgeführt werden die Büsten jeweils in mehreren Marmorfassungen bis 1820.

So nebeneinander wie in der Gruft der Grabkapelle sieht man das intelligente, entscheidungskräftige Paar nirgends. Bei ihr spielt Dannecker mit dem Ährendiadem auf große Verdienste um die Landwirtschaft an. Wilhelm wird dafür, allerdings weniger spezifisch, durch die Form seiner Büste als Herme heroisiert.

Forderung an Gegenwart und Zukunft

Betrachtet man heute die Grabkapelle, so erlebt man Tag für Tag, dass sie ein Lieblingsort nicht nur für Württemberger ist. Die Landschaft, das Land Württemberg und eine Phase seiner Geschichte sind dank der Architektur von Giovanni Salucci hier zu einer Einheit verschmolzen. Angesichts dessen kann man nur mit einer gehörigen Portion Wehmut an Saluccis Gestütsbauten von Weil, Scharnhausen und Kleinhohenheim denken, die kurz vor der Grabkapelle entstanden sind. Zu geringem Teil im 2. Weltkrieg zerstört, danach zum Teil abgerissen oder verwahrlost, überleben sie nur noch als Bruchstücke des ehem. europaweit berühmten Gestüts. Die verbliebenen Bauten und ihr Umfeld verdienen eine erneute Beachtung und Wiederherstellung bzw. Umnutzung in Würdigung ihrer bedeutenden Vergangenheit.

Gestüt Weil: König Wilhelm bis Sakkara – ein Wüstenritt

Christian von Holst als Reiter 1991 vor der Stufenpyramide von Sakkara

Ein Reiter strahlt auf einem orientalischen Allerweltspferd vor der Stufenpyramide des Pharao Djoser in Sakkara. Er ist einer von zahllosen Touristen vor einem der großen Bauten der Menschheit. Die Pyramide wurde vor rund 4.700 Jahren errichtet.

Wer das ist? Es ist der Autor vor 30 Jahren. 1991 bringen ihn die auf Ägypten spezialisierten Stuttgarter Hetzel-Reisen erstmals in den Nahen Osten. Es sollten noch manche Länder um das Mittelmeer folgen, darunter auch das „Heilige Land“ und Syrien, von wo so mancher edle Araber des Kgl. Privatgestüts stammt. 

Pferdeliebe

Auch sonst interessieren den Autor Pferde und zwar seit früher Kindheit. Wieder und wieder sucht er sie in Bauernhöfen der ländlichen Umgebung auf und freut sich an ihnen auf den Weiden. Ein künstlerischer Höhepunkt ist seine Ausstellung Franz Marc. Pferde im Jahr 2000 in der Staatsgalerie Stuttgart. Bei Marc sind die Pferde nicht so vornehm wie die aus der Wüste, dafür aber rot, gelb oder blau.

Hier also um Ostern 1991 auf einer Studienreise bei Kairo. Übermut veranlasst mich ohne Reitkenntnisse zu einem kleinen Ritt. Nicht ich, sondern der Klaps des Verleihers versetzt das Pferd sofort in Galopp. Anders als andere Reiseteilnehmer überstehe ich den wüsten Wüstenritt, ohne vom Pferd zu fallen.

Das Foto ist gewissermaßen eine bildliche Signatur nach getaner Arbeit und dem Sieg bei der kleinen Materialschlacht um das Arabische Vollblut. Es lässt mich beglückt an eine meiner Lieblingsopern denken. Die Rede ist von Giuseppe Verdis Aida, entstanden als Auftragswerk zur Eröffnung des Suezkanals. Der Feldherr Radames kommt nach gewonnener Schlacht zurück. Ein Chor begrüßt ihn in unvergesslicher Weise: „Als Sieger kehrt er heim – Ritorna vincitor!“erstreckt sich