Merkels Rautengeste in Moissac – endlich ist ein ganz Deutschland beschäftigendes Rätsel geklärt. Die überwiegende Handhaltung unserer Bundeskanzlerin kommt aus dem befreundeten Frankreich.

Moissac Saint-Pierre Merkel Rautengeste

Angela Merkels Rautengeste ist 920 Jahre alt. Sie geht zurück auf ein gegen 1100 entstandenes Kapitell im weltberühmten Kreuzgang der Abtei Saint-Pierre von Moissac in Südwestfrankreich.

Zwei Löwen bedrängen einen Mann. Wie kann er sich helfen? Er formt mit seinen Händen eine Raute! — Wie die Bundeskanzlerin bei Attacken ihrer Parteifreunde oder noch schlimmerer Feinde!

Kommentare

K. B. Wie findest Du bloß diese Zusammenhänge??

Christian von Holst In munterer Stimmung und mit wachen Augen: in Moissac gibt es – weltweit einmalig – noch den kompletten romanischen Kreuzgang — mit 88 Kapitellen. Dort waren wir im Juni 2018 unterwegs. Von Picasso stammt das schöne Wort: „Ich suche nicht, ich finde.“ So ist es mir in diesem Fall auch gegangen.

V. R. 😂 ?

Christian von Holst Was gibt es da zu weinen, was zu lachen? — Angesichts von Löwen und sonstiger Gefahren bewährt sich anscheinend die Rautengeste als unheilabwehrende Maßnahme.

P. C. D. Endlich mal lebendige Wissenschaft, bin begeistert.

Christian von Holst Man könnte bei genauerer Betrachtung sogar noch weitergehen. Die Löwen packen mit einer Vorderpranke den Mann am Schädel und mit einer Hinterpranke am Hals. Den scheint das nicht weiter zu kümmern. Wenden deshalb die Löwen ihre Köpfe wie entsetzt, aber schön spiegelbildlich zur Seite? Zumindest wird so äußerst dekorativ die annähernd trapezförmige Seitenfläche des Kapitells symmetrisch gefüllt – unabhängig von der gleichfalls mittelachsensymmetrischen magischen Funktion der Raute.

Die Raute und ihre apotropäische Funktion

Christian von Holst Apotropäisch ist das bisher fehlende Schlüsselwort: mit magischem Zauber – also in unserem Fall mit Merkels Rautengeste – werden böse Geister bezwungen. So wissen wir, dass Vampire dem Kreuzeszeichen nicht gewachsen sind. Oder: das Medusenhaupt lässt Feinde versteinern. Ähnliches wäre neben diesen apotropäischen Mitteln auch Frau Merkel durch den Einsatz der Raute zu empfehlen, z. B. im Umgang mit der AfD.

Hephaistos hat das Medusenhaupt in den Schild Aigis geschmiedet, wodurch Athena unangreifbar war. Den wunderbaren Schutzschild benutzte auch ihr Vater Zeus und konnte so über bisweilen sehr rebellische Götter unangefochten herrschen – über Gottheiten, an die selbst Seehofer & Co. nicht heranreichen. — Es muss also die Rautengeste, die ja nicht per Zufall einer Speer- oder Pfeilspitze ähnelt, noch gezielter eingesetzt werden, damit – im Götterhimmel der Regierung – wenn schon nicht Friede, so doch mehr Ruhe herrscht.

Der Kreuzgang der ehem. Benediktinerabtei

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Ein weiteres Beispiel großer Gestaltungskunst im Kreuzgang von Moissac.

Die Kirche Saint-Pierre

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Wenigstens ein kurzer Blick auf das romanische Portal der frühgotischen Kirche Saint-Pierre der ehem. Benediktinerabtei von Moissac. Was da alles zu entdecken ist, würde eine ganze Reihe von Beiträgen erfordern.

Moissac Abtei Saint-Pierre Tympanon

Zum Schluss ein Bild des berühmten Tympanons. Es ist Teil eines reichen Skulpturenprogramms, das als das bedeutendste der romanischen Bildhauerkunst in Südwestfrankreich gilt. Das Tympanon entstand um 1220/30 und ist damit eines der ältesten, die es gibt. 1980 diente es Umberto Eco in seinem Roman Der Name der Rose als Vorbild und ebenso in der gleichfalls berühmten Verfilmung für einen Kulissennachbau 1985 in Rom.

Auch wenn man im ersten Moment an ein Jüngstes Gericht denken könnte, zeigt das Tympanon stattdessen eine Vision aus der Offenbarung des Johannes. Übergroß thront Christus als Majestas Domini in einer Mandorla, umgeben von den geflügelten Sinnbildern der Vier Evangelisten (von oben links im Uhrzeigersinn: Engel/Matthäus, Adler/Johannes, Stier/Lukas und Löwe/Markus). Zu deren Seiten erscheinen zwei große und schmale Engelsgestalten. Die verbleibende Fläche füllen in drei Reihen die 24 Ältesten, in in lebhafter Weise auf die Vision reagieren.