1908: ein menschenfreundlicher Charlottenplatz, Foto HdG. Bäume, Brunnen, Sitzbänke, Zwillings-Klohäuschen, Straßenverkauf. An der Hangseite Wilhelmspalais und damaliges Kriegsministerium, vorne links eine Ecke des Waisenhauses.

Heutiger Blick von fast gleicher Stelle in Richtung Süden: die Leonhardskirche, einst Mittelpunkt eines wichtigen Stadtviertels, hinter einem Parkhaus – ein Sinnbild der autogerechten Stadt.

1953: B14/Hauptstätter Straße in umgekehrter Richtung, gesehen vom Wilhelmsplatz. Selbst in diesem Nachkriegszustand ist etwas vom alten Stadtcharakter erhalten – auch wenn anstelle zerstörter Häuser die „Vereinigten Hüttenwerke“ getreten sind, Orte verhaltenen schwäbischen Lasters. Das schöne alte Gebäude vorne links und viele andere bis zum Österreichischen Platz werden der B14 geopfert.

Selbst Parkhäuser können stimmungsvoll aussehen, so im Januar 2018.

B14/Hauptstätter Straße Richtung Charlottenplatz: April 2017 und um 1905, Foto HdG. Reines Autoglück ohne Fußgänger und Radfahrer neben städtischer Lebendigkeit der ehem. Marktstraße.

April 2018: Blick gegen Süden auf die Leonhardskirche zwischen B14, Parkhaus Breuninger und Parkhaus Züblin. Leere Dachgeschosse mit nur einem Porsche. Höchste Zeit, dass hier der Wettbewerb „Neuen Stadtraum“ in einem anders definierten Leonhardsviertel herbeiführt.

April 2018: die Hauptstätter Straße früher nicht halb so breit wie die hier 11spurige B14. Die Kirche war an allen Seiten umgeben von Hausreihen, das Leonhardsviertel besaß als Stadtviertel einen ganz eigenen Charakter. Heute liegt und leidet nicht nur der Kirchenbau am ununterbrochenen Verkehrs-Fluss. Auch ist sein Umfeld sozial abgesackt. 

Vgl. Beitrag 3 und 18-20.