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Reiterdenkmal König Wilhelm I. von Württemberg von 1884 am Ort der „Künste“, modelliert von Ludwig Hofer bereits 1856 und entsprechend signiert. Es zeigt keinen 75jährigen. Denkmal und Greisenalter vertragen sich nicht. Daher erscheint Wilhelm hier in „besten Jahren“, sagen wir zwischen 40 und Mitte 50. Das war auch eine gute Zeit von BAIRACTAR (1813-1838), dem Lieblingspferd des Königs. Deshalb nehme ich an, dass sich Hofer bei Reiter und Ross jeweils an ältere Darstellungen gehalten hat. Auch kann er, 1801 geboren, BAIRACTAR durchaus selbst gekannt haben. Denkbar ist genauso, dass er dessen Aussehen nach seinem Nachwuchs bildet, in dem BAIRACTARS Gestalt und Verhalten so überraschend deutlich weiterlebt. 

König Wilhelm I., 1829, Lithograph Friedrich Elias nach einem Gemälde von Albrecht Adam (1786-1862), Württ. Landesbibliothek Stuttgart. 

Das Pferd könnte BAIRACTAR sein.

König Wilhelm I., um 1830, D. Monter nach L. Kaiser, Württ. Landesbibliothek Stuttgart.

Kgl. Reithaus, Oktober 1958 kurz vor dem Abriss, Foto nach Salucci 1995, 97. 

Bevor das Museum der bildenden Künste, die Alte Staatsgalerie, an der Neckarstraße Anfang der 1840er Jahre entsteht, lässt sich Wilhelm neben der Carlsakademie und seinem Leibstall zwischen 1836 und 1839 ein „Reithaus“ errichten. Es ist Giovanni Saluccis letztes Werk in Stuttgart und wird hier später gewürdigt. Museum wie Reithalle tragen dazu bei, dass die Neckarstraße sich zur zweiten Magistrale der Stadt neben der Königstraße entwickelt.

Der König bei einer Ausfahrt, um 1840, Wenzel Poduba (1897-1847) nach Emil Hochdanz (1816-1885), Württ. Landesbibliothek Stuttgart. 

Wilhelm liebt es nicht nur, oft stundenlang zu galoppieren. Er schätzt es auch, mit den arabischen Wagenpferden seines Leibstalls unterwegs zu sein – hier von Degerloch hinab nach Stuttgart, wie aus der Ansicht der Stiftskirche zu schließen ist. 

König Wilhelm I. in Begleitung der kgl. Prinzen, um 1840, Württ. Landesbibliothek Stuttgart.