Artemisia Gentileschi, Tyrannenmord: Judith und Holofernes, um 1620, Öl auf Leinwand, 199 x 162,5 cm, Florenz, Uffizien
Laut Altem Testament (Judit 12.13) sucht die mutige Jüdin schutzlos den assyrischen Heerführer Holofernes in seinem Feldlager auf. Begeistert von der Weisheit und Schönheit der jungen Witwe, beabsichtigt Holofernes sie bei einem Trinkgelage zu verführen. Total betrunken, kommt es nicht dazu. Judith enthauptet ihn mit seinem eigenen Schwert. Damit rettet sie die Stadt Betulia und ihr Volk. Vgl. Donatello und Michelangelo mit ihren Befreiungsidolen.
Artemisia Gentileschi (1793-1653), jung vergewaltigt von ihrem ersten Lehrer Agostino Tassi (1778-1644), übertrifft alles an Drastik, sogar Caravaggio. Judiths Magd hält mit aller Kraft die Arme von Holofernes, sodass er sich nicht wehren kann.

Judith verrichtet ihr Werk mit großer Anstrengung und Widerwillen. Das Schwert dient ihr nicht zum Schlagen, sondern – ähnlich wie bei Caravaggio – zum Abschneiden des Kopfes. Sterbend blickt Holofernes auf den Betrachter.
Artemisia Gentileschi, Tyrannenmord
Damit enden die florentinischen Bilderfolgen von 2024/25.

Stefano della Bella (1610-1664), Tal des Arno, Privatbesitz
Noch ist Florenz in der Ferne. Bauern mit Körben und eine Reiterin mit Federhut sind auf dem Weg zur Stadt. Auch mich lockt sie zu einem erneuten Besuch.

Ausklang: die Hausruine von Gibellina, dem sizilianischen Örtchen, das 1968 einem Erdbeben zum Opfer fiel. Ich zeigte sie bereits als Leitmotiv in meinem ersten Beitrag zu diesen florentinischen Bilderfolgen.
Oben auf die Fassade hat jemand den Satz geschrieben, der für alle Zeit gilt:
„COSA SAREBBE L’UOMO SENZA IL SOFFFIO RIGENERATORE DELL‘ ARTE ?“– „Was wäre der Mensch ohne den wiederbelebenden Hauch der Kunst?“
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Closing image: the ruins of Gibellina, the small Sicilian town that was destroyed by an earthquake in 1968. I had already featured them as a recurring theme in my first post on this series of Florentine images.
At the top of the facade, someone has written a phrase that holds true for all time:
“COSA SAREBBE L’UOMO SENZA IL SOFFIO RIGENERATORE DELL’ARTE?”—“What would man be without the revitalizing breath of art?”