Michelangelo, Kruzifix, entstanden 1492/93, Florenz, Santo Spirito, Sakristei: Arbeit eines etwa 17- bis 18jährigen! Ausgeführt in Lindenholz, farbig gefasst, die Haare in Stuck, 139 x 135 cm. Lendentuch und Dornenkrone sind verloren.

In der Sakristei ist das Fotografieren nicht gestattet. Ich danke Priester Massimo Capaciolli für die freundlich bereitgestellten Aufnahmen. Sie wurden 2014 gemacht “in onore di Margrit Lisner“.

Gekreuzigt und unversehrt

Florenz – Michelangelo, Kruzifix, 1792/93, Santo Spirito

Das Werk galt  lange als verschollen. 1962 wird es von Margrit Lisner wiederentdeckt. Der junge Künstler hat sich im Umgang mit hartem Marmor bereits als Meister erwiesen. Nun vollbringt er in der Bearbeitung des weicheren Materials Holz eine poetisch zarte, einzigartige Deutung des Gekreuzigten.

Michelangelo stellt – in der Nachfolge von Brunelleschi in Santa Maria Novella – seine Figur als schönen Gekreuzigten dar: schlank, grazil, von ruhigem Ausdruck, ohne Zeichen von Schmerz.

Laut Vasari ist das Werk ein Geschenk des Künstlers an den Prior von Santo Spirito. Damit dankt er für die Erlaubnis, Anatomiestudien an Leichen aus dem Klosterkrankenhaus zu machen.

Michelangelo, Kruzifix: ein einzigartiges Werk

Florenz – Michelangelo, Kruzifix, 1792/93, Santo Spirito