Rahmen Tondo Doni: Ich will den aufwendig vergoldeten Originalrahmen von Michelangelos Tondo Doni nicht übergehen. Denn er ist seinerseits einmalig. Der Entwurf stammt vermutlich von Michelangelo. Die Schnitzarbeiten hat Francesco del Tasso (1463-1519) ausgeführt, ein Meister seines Faches wie viele Mitglieder seiner Familie.

Florenz, Rahmen Tondo Doni: Francesco del Tasso wohl nach Michelangelos Entwurf

Im Uhrzeigersinn betrachte ich Details. Fünf Köpfe – von Christus und vier Propheten bzw. Prophetinnen – ragen vollplastisch hervor. Hier oben das Haupt des Erlösers.

Oben rechts Grotesken mit vier schreienden Köpfen, die langes, seitlich gelocktes Haar und hochstehende spitze Ohren haben.

Halbrechts oben ein Prophet des Alten Testaments.

Florenz, Rahmen Tondo Doni: Francesco del Tasso wohl nach Michelangelos Entwurf

Unten rechts formen vier geflügelte Drachen mit zurückgewendeten Köpfen und nach vorne angewinkelten Ziegenbeinen eine Groteske.

Unten rechts der Kopf einer Prophetin.

Rahmen Tondo Doni – seine halb höllische Basis

Florenz, Rahmen Tondo Doni: Francesco del Tasso wohl nach Michelangelos Entwurf

Unten eine Groteske: das Gesicht eines alten schreienden Mannes, den vier gehörnte Drachen mit Hundeköpfen beißen. Auf seinem Kopf steht ein Tischchen mit Obst.

Unten links eine weitere Prophetin.

Links halb unten eine Groteske aus Blättern und Ranken, die in vier schreienden Köpfen mit hochstehendem Hörnerpaar münden.

Halblinks oben ein Prophet.

Florenz, Rahmen Tondo Doni: Francesco del Tasso wohl nach Michelangelos Entwurf

Links oben Blatt- und Rankenwerk sowie seitliche Drachenpaare. In der Mitte halb verborgen drei Mondsicheln, ein Hinweis auf das Wappen der Familie Strozzi. Und damit indirekt auf Maddalena Strozzi, die Ehefrau von Agnolo Doni. Das kann eine Huldigung an sie sein oder ein Hinweis, dass sie den Auftrag in die Wege geleitet hat oder sogar selbst die Auftraggeberin ist.