10. August 2018

Die Herrscherattitüde in der aufrechten Haltung mit dem Bastone (dem Kommandostab der Generalität) wird in der Nahansicht noch stärker wahrnehmbar. Der Blick geht fast so entschlossen in die Ferne wie derjenige des „David“ von Michelangelo.

 

 

 

 

 

Die ein wenig unheimlichen Wasserwesen sind dank ihrer phantasiereichen Ausschmückung faszinierende Gestalten. Das vertikale, etwas affenartige Paar richtet seine Wasserstrahlen in die Bauchmulden der horizontalen, mehr fischartigen Tiere, deren Wasserstrahl auf sie selbst fällt.

Taccas Meisterwerke der Brunnenkunst könnten genauso gut eine prachtvolle Gartenanlage schmücken, überraschen und erfreuen daher umso mehr im städtischen Umfeld.

 

Erbaut zwischen 1576 und 1591 für Ferdinando de‘ Medici, vermutlich von seinem Lieblingsarchitekten Bernardo Buontalenti (1531-1608), hat diese Landresidenz einen quadratischen Grundriss mit Innenhof und Loggien unter Beibehaltung des älteren Wehrturms. Mit ihren dreifach terrassierten Gartenanlagen bewahrt sie die Grundstruktur des 16. Jh.

Mit 13 weiteren toskanischen Villen und Gärten der Familie Medici zählt La Petraia seit 2013 zum UNESCO-Welterbe.

 

 

Die originale Skulptur der „schaumgeborenen“ Göttin der Schönheit und Liebe zeigt noch deutlicher den sinnlichen Reiz der anmutig bewegten Gestalt, die ihr langes Haar zopfartig drückt und wringt, sodass sich an seinem Ende ein feiner Wasserstrahl in die Brunnenschale ergießt.

 

Die auch noch nach Ferdinando I. weiter ausgestaltete Villa, in der im 19. Jh. gerne Vittorio Emanuele II., Italiens erster König, lebt, hat lt. Auskunft des Personals nur etwa 10 Tsd. Besucher pro Jahr. Dennoch ist sie stets geöffnet und als UNESCO-Welterbe kostenlos zugänglich.

Wäre das auch bei uns so? Hier, wo mehr und mehr der Rang einer Institution nach ihrem Besucherandrang bemessen wird?!