10. August 2018

In diesem Beitrag bin ich nur von den Uffizien bis zur Piazza della Santissima Annunziata unterwegs und überall begegnet man Meisterwerken.

 

Der für Angelo Doni um 1506 gemalte Tondo ist Michelangelos einzig gesichertes Tafelbild, ausgezeichnet auch durch den Originalrahmen. Wie vieles an der Sixtinischen Decke rätselhaft bleibt, so manches auch hier. Nie gibt es zuvor eine solches Verschränken der heiligen Figuren, ein solches Handeln im Hin- und Herreichen des Kindes. Nie eine derartige Auffassung des alten Joseph, den man sonst primär als inaktiven Greis kennt. Hier erscheint er dagegen gottvaterähnlich oder wie einer der Propheten der Sixtina. Rätselhaft ist auch die Präsenz der nackten Jünglinge im Hintergrund, neuartig sind die kräftige Farbigkeit, zeichnerische Präzision, Dramatik der Faltengebung. Insgesamt ein Werk, das den Manierismus der jüngeren Generation vorbereitet.

 

 

In Stuttgart schmückt seit 1862 diese berühmteste Skulptur Giambolognas die ehem. Wassersäule bei der Alten Kanzlei am Schlossplatz, womit der Schutzgott des Handels wie der Diebe gleichermaßen geehrt wird.

 

Mit dem Findelhaus, dem Ospedale degl‘ Innocenti, dem Spital der Unschuldigen, das Wickelkinder von Andrea della Robbia schmücken, beginnt Brunelleschi 1419 seine glanzvolle Laufbahn und erschafft zugleich den ersten Profanbau der Frührenaissance.

Zum Reiterbild und den Brunnen später mehr.

 

 

Diese Darstellungstradition des Herrschers zu Pferde, ausgehend von Kaiser Marc Aurel auf dem Kapitol in Rom, reicht über Gemälde von Tizian, Velazquez, Rubens und zahllose Reiterstandbilder bis hin nach Stuttgart mit Beispielen aus dem 19. Jh.: Graf Eberhard im Bart im Hof des Alten Schlosses, Kaiser Wilhelm I. auf dem Karlsplatz oder König Wilhelm I. im Ehrenhof der Alten Staatsgalerie.

 

Die Herrscherattitüde in der aufrechten Haltung mit dem Bastone (dem Kommandostab der Generalität) wird in der Nahansicht noch stärker wahrnehmbar. Der Blick geht fast so entschlossen in die Ferne wie derjenige des „David“ von Michelangelo.