6. Juli 2018

Florenz, mir wohlvertraut aus Jahren des Studiums sowie erster beruflicher Tätigkeit und zahlreichen Besuchen seitdem, bietet dennoch stets erneut die Freude neuer Entdeckungen oder die des Wiedersehens wie mit vertrauten Freunden. Dies teilt sich hoffentlich auch bei der Betrachtung meiner Bilder und der Lektüre ihrer Erläuterungen mit.

 

 

7:50 Uhr: als 1. Gast dieses Tages in den Uffizien, 25 min vor dem Besucherstrom und diesem immer voraus – menschenseelenallein mit weltberühmten Kunstwerken, ein absolut einmaliges Erlebnis.

Wo ist wohl diese Aufnahme gemacht: mit dem Durchblick auf die wohl schönste Kuppel der europäischen Architektur, die Kuppel des Florentiner Doms aus dem frühen 15. Jh., im Morgendunst eines sehr heißen Tages ? 

 

 

 

 

 

Nicht nur die beiden hingebungsvollen und lässigen Engelbuben von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ in Dresden, auch diese geflügelten Kinder zeichnen sich durch genaue Beobachtung und ihre hinreißende Anmut aus:
ein Detail der „Thronenden Madonna mit Heiligen“ von 1518 des jungen Malers Rosso Fiorentino (1495-1540) in den Uffizien.

Inniger ist das Vertieftsein kleiner Kinder in ein Buch, das Sprechen, Zuhören und Betrachten kaum dargestellt worden. Und dabei hat der aufmüpfige Rotschopf – daher sein Name – seine Auftraggeber manchmal geradezu geschockt und das besonders mit diesem Bild, dessen Heilige deshalb zunächst nicht akzeptiert wurden.

Der große Maler beendete seine Karriere am Hof des französischen Königs François I.

 

 

Aus einem verhauenen Marmorblock von Michelangelo gestaltet, ist dieser David für die Dachregion des Florentiner Doms bestimmt und daher auf Untersicht berechnet (auch deshalb Haartolle und große Hände). Vollendet, erkennt am 25. Januar 1504 eine Bürgerkommission, darunter Leonardo da Vinci und Botticelli,
den überragenden Rang dieses Meisterwerks des 29jährigen Bildhauers. Die Kommission bestimmt, dass der David nicht in der Höhe des Doms und damit kaum wahrnehmbar, sondern vor aller Augen am Stadtpalast, dem Palazzo della Signoria, stehen soll.

Dort fungiert David auch als Symbolfigur für den Willen und die Fähigkeit der Stadt Florenz, sich gegen Feinde zu behaupten, so wie es der junge David des Alten Testaments gegenüber dem weit überlegenen Riesen Goliath tat.

Michelangelos jugendlicher Held ist noch nicht der Sieger, er richtet aber siegesgewiss seinen Blick ruhig und entschlossen auf den fernen Feind, in der Rechten den Stein, in der Linken die Schleuder.

Der Rest ist pure männliche Schönheit in für alle späteren Jahrhunderte klassisch empfundener Form – ein Hauptwerk der Hochrenaissance, die bekannteste männliche Statue weltweit.