Um 1850: beschrifteter Stadtplan von Fr. Bohnert nach Topograph Bach, Ausschnitt, Ludwigsburg Museum. Er zeigt die allmähliche Bebauung der Neckarstraße in Richtung Neckartor. Die noch U-förmige Alte Staatsgalerie und die Münze gegenüber sind leicht auszumachen. Eine Schillerstraße und  das Königin-Katharina-Stift gibt es noch nicht, nur neben der Münze einen Zugang bis zum Reitweg.

Um 1850: E. Emminger, Stuttgart von Osten, Ausschnitt, Staatsgalerie Stuttgart. Von einem Standort aus der Nähe der künftigen John Cranko Schule sieht man die Rückseite der erst wenige Jahre alten Staatsgalerie. Ihr gegenüber die Münze und der Zugang zum Schlossgarten. Die Wasserbassins bieten den Druck für die Fontäne im Ovalsee des Schlossgartens. – Ganz rechts eine kleine Brücke: dort überquert die junge Bahn die Konradstraße, um zur Schloss-/Bolzstraße zu gelangen.

1953: Oberer Schlossgarten, Foto LMZ-BW, Luftbild Albrecht Brugger. Erhalten sind Oper und Reithaus an der Neckarstraße, im wesentlichen auch die Gartenanlagen mit 13 erkennbaren Skulpturen (wieso gibt es jetzt nur noch 6 davon ?!). Ohne Dächer das Neue Schloss, ein Akademieflügel, das Kleine Haus und oben halblinks die Münze und Alte Staatsgalerie. Im Bereich des künftigen Landtags Tennisplätze.

Paul Bonatz, Vogelschau seines Vorschlags einer autobahnbreiten Parkstraße durch den Schlossgarten, Ausschnitt, September 1941, StadtAS, Bestand 9350 AS 651. Er gestaltet dabei auch die Neckarstraße um: anstelle von Wohnhäusern Großbauten. Das Königin-Katharina-Stift und die Münze ersetzt durch einen quadratischen Bau mit Innenhof  – wohl ein Ausstellungsgebäude, vgl. hier Teil IV. Statt Bürgerhäusern vor dem Kulissengebäude ein langer Riegel. Statt Reithaus vermutlich ein Musikhaus, vgl. Teil IV.

Der Bereich, den Bonatz 1941 neu formen wollte, Foto WLB, wohl um 1942/44  – zugleich eine der letzten Aufnahmen vor der Bombardierung 1944. Der Ovalsee ohne Wasser – dunkel gestrichen oder mit Planen ausgelegt, um nicht durch Spiegeleffekte Flugzeugen als Orientierung zu dienen.

Die Oper reicht nicht bis zur Neckarstraße. Ihr Erbauer Max Littmann stattet den Künstlereingang 1912 mit einem Vorfeld aus, das heute gut zu Stirlings Theaterplatz passen würde.

1953: Neckarstraße/B14 beim Charlottenplatz, Foto LMZ-BW. Die Carlsakademie in kläglichem Zustand, ihr Hauptbau in der Mitte. Dahinter eine Tankstelle, das unversehrte Reithaus und das Dach der Oper.

Blick vom Parkhaus Breuninger, März 2018: die Charlottenkreuzung in ihrer ganzen Pracht – zu ihrer Entstehungszeit als Meisterwerk der Verkehrsführung bewundert. So gut wie kein Fußgänger ist hier zu sehen. Auch kein Radfahrer.