18. Oktober 2019

Das nur wenige Kilometer südlich von Villandry gelegene Schloss ist ein weiteres Topereignis des Tages und der Reise, vom Indre umflossen und umgeben von einem wunderbaren Park.

Man nähert sich dem L-förmigen Renaissancebau der 1520er Jahre und seiner Portalfront über eine Brücke.

Der erste Bauherr Gilles Berthelot (14??-1529) ist ein Schatzmeister von König Franz I., daher über der Eingangstür auch der Feuersalamander als dessen Emblem (mit der Devise „Nutrisco et extingo / Ich nähre mich davon und lösche es“). Vergleicht sich König Ludwig XIV. mit der Sonne, so Franz I. mit der Macht über das Feuer. Rechts sieht man das Hermelin von Claude von Frankreich (1499-1524), der 1. Frau des Königs, Tochter seines Vorgängers Ludwig XII. und der Anne de Bretagne. Erst 1532 wird das Herzogtum Bretagne endgültig Teil Frankreichs.

Dieser Turm ist eine gelungene Abrundung der Seitenfront aus dem mittleren 19. Jh.

Balzac vergleicht das Schloss mit einem geschliffenen Diamanten.

Der Park wird im 19. Jh. im englischen Stil gestaltet, darunter Atlas-Zedern, Mammutbäume und riesige Platanen.

Die Nebenfront des Schlosses, wie die Hauptseite mit seitlichen Dreivierteltürmen. Diese wachsen elegant aus dem Grundgeschoss hervor und beleben mit ihren kelchartigen Dächern die Fassaden genauso wie die schön verteilten und proportionierten Fenster.

Ein Blick aus größerer Ferne gegen Abend. Im Vordergrund wippt vergnügt ein Kind auf einem bodenlangen Ast einer Zeder.

Weiter geht’s am 25. Oktober 2019 mit „Amboise“.