6. September 2019

Bleiben wir noch etwas bei den Tieren. In Cheverny gibt es als Besonderheit noch eine Hundemeute, mit der wie in vergangenen Jahrhunderten die Parforce- oder Hetzjagd betrieben wird. Die Jäger sind zu Pferd unterwegs, die Hunde hetzen das Wild bis zur Erschöpfung und stellen es, ohne es zu töten. – Eine Jagdmethode, vor der mir als Nichtjäger graut, deren punktuelles Fortleben ich aber verstehen und daher auch akzeptieren kann.

Die Hunde sind prachtvoll und von fast majestätischer Schönheit. Rund 120 sind es in Cheverny, davon ein Drittel Hündinnen, der Rest Rüden. Bei unserem Besuch sehen wir etwa 80-90 Tiere in den weitläufigen Bereichen des Zwingers.

Totale Entspanntheit 1 ½ Stunden vor der Fütterung

Viermal pro Woche gibt es um 11:30 Uhr eine öffentliche Fütterung. Pro Tag erhalten die Tiere 400 g Nahrung, im Winter, wenn sie bei den Jagden bis zu 25 km laufen, 1.200 g.

Es handelt sich bei der Rasse um Große Anglo-Französische Dreifarbige Laufhunde. Nach Auskunft ihres Betreuers bewegt sich das Gewicht der Tiere zwischen 40 und 55 kg.

Eine gewisse Spannung eine halbe Stunde vor der Fütterung

Dazwischen unglaubliche, fast intime Momente gemeinsamen Wartens

Manchmal auch eine ruhige Neugier gegenüber den Besuchern

Der Betreuer der Meute, früher Rüdemann oder Rüdemeister genannt, den wir schon von 2008 her kennen, lenkt die Meute zu einer größeren Terrasse.

Der Betreuer der Meute bringt auf der oberen Terrasse die große Zahl der andrängenden Tiere ohne ein lautes Wort und ohne Peitsche zu einem Moment absoluter Stille – fast eine Art Hundegebet vor der Mahlzeit. Dann folgt das wilde Verschlingen der Nahrung in rund einer Minute.

Nach der Nahrungsaufnahme gibt der Betreuer der Meute freundlich Auskunft, berichtet auch, dass er alle Tiere genau und mit Namen kenne. Ihr Umgang mit ihm macht das glaubhaft.

Ruh’n oder 1000 Schritte tun, ist hier auch für Hunde nach Tisch möglich.

Blick vom Hundeauslauf auf den schönen Küchengarten (mit Sprühnebel rechts) und die Wirtschaftsgebäude mit den Stallungen

Hinter dem Bau mit den Jagdtrophäen ragt der bereits gezeigte Mammutbaum in stolze Höhe und scheinbar fast in die Wolken hinauf.

Weiter geht’s am 13. September 2019 mit „Beauregard“.