10. Mai 2019

Miramar = Meerblick/Meersicht: Ein faszinierendes Anwesen zwischen Valldemossa und Deià – eine wiederum einmalige Verbindung von Kultur und fast unübertrefflich großartiger Natur

Der große Gelehrte Ramón Llull (1232-1315) gründete hier 1276 weniger ein Kloster als eine Missionsschule zur Bekehrung von Mauren und Juden. In Sichtnähe von Son Marroig gelegen, erwarb der junge Erzherzog Ludwig Salvator das weite Gelände und baute dort 1872 ein Mittelding aus Landgut und Herrenhaus. 
Aus früherer Zeit ist noch ein Flügel des ehem. Kreuzgangs erhalten.

Auf dem Hochplateau etwa 350 m über dem Meer ließ der erst 25jährige Arxiduc Louis Salvador ein Gebäude errichten, das gewiss auch wegen seiner Lage bald ein Treffpunkt vieler Gäste, Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler wurde. Noch heute in Privatbesitz, wird es in seiner Stille ohne Shop und Café nur von wenigen aufgesucht. 
Sissi/Kaiserin Elisabeth von Österreich war von Miramar so begeistert, dass sie ihr Segelschiff danach benannte.

Das nächste Ziel ist ein weißer Rundbau, der ähnlich wie der kleine Monopteros von Son Marroig von Lluis Salvador an einer Steilkante als Mirador/Aussichtspunkt platziert wurde.

Auf dem Weg zum Rundbau entdeckt man eine rechtwinklige Brunnenanlage. Bei unserem Besuch beanspruchte eine kleine Ente genau die Stelle, an der eigentlich ein Wasserstrahl ins Becken treffen sollte.

Zwischen den Terrassen für schmale Feldstreifen mit Olivenbäumen gibt es eine von seitlichen Treppen begleitete steile Entflutungsanlage für den Fall starker Regenfälle.

Auf dem Fußweg immer wieder Blicke auf den Lieblingsort des Arxiduc und von uns, auf Na Foradada

Dann taucht plötzlich der Rundbau auf, keine gebaute Ruine als Memento mori wie in der Romantik, sondern eine echte Ruine seit einem Blitzeinschlag im Jahr 1975.

Von Lluis Salvador als Kapelle erbaut, worauf noch ein kleines Relief des Lamm Gottes mit Fahne über der ehem. Altarmensa hinweist. In der Höhe Miramar.
Die Ruine gehört seit Jahrzehnten zum Landbesitz des Schauspielers Michael Douglas, dessen Landgut sich weiter unten in Richtung Südwesten befindet.

Lluis Salvador wollte an diesem Ort nicht nur eine Kapelle haben, sondern auch einen Mirador. Diese Funktion erfüllt ein Rundgang um den Bau, dessen z. T. zerstörtes Geländer jetzt eine gewisse Schwindelfreiheit erfordert.

Blick nach Südwesten mit der Landzunge, hinter der es nach Banyalbufar geht, den Startpunkt unserer Wanderungen.

Miramar/Meersicht mit Na Foradada

Der kleinste und am tiefsten gelegene Mirador von Miramar, nur für wenige Personen gedacht, und zugleich für diesmal Abschied von Na Foradada.

Ein letzter Blick auf die Reste des Kreuzgangs von Miramar, die seit langem einen Blumengarten begrenzen.